Ruanda 1994 - die inszenierte Tragödie
Kapitel 5: Ein Staatsstreich unter anderem Namen …

… alles auf Grund einer einzigen kindischen Anschuldigung, dieses idiotische Schreiben ...
nachdem nahezu alle sogenannten Geheimnisse, die angeblich an den Feind verraten worden sind, keinerlei Wert haben.

Émile Zola, J’accuse

An einem netten Tag im Frühling 1998 wurde Philip Gourevitch, Journalist beim New Yorker, von seinem Faxgerät unterbrochen. Ein unbekannter Informant sandte ihm überraschend die Kopie eines Dokuments, das Reporter und Fahnder schon seit Jahren aufzuspüren versucht hatten. Es handelte sich dabei um die Antwort des New Yorker Büros der UNO-Friedensoperationen auf das Fax, das General Roméo Dallaire am 11. Januar 1994 gesendet hatte, angeblich um die UNO-Behörden vor einem unmittelbar bevorstehenden Genozid in Ruanda zu warnen.

In seinem sehr gefeierten Artikel „Das Genozidfax” im New Yorker und später noch einmal in seinem Buch 54 versuchte Gourevitch aufzuzeigen, dass die Führung der UNO wusste, dass ein Genozid bevorstand, da Dallaire sie ausdrücklich gewarnt hatte, nachdem er die glaubwürdige Information von einem „großen Fisch“ namens „Jean-Pierre“ bekommen hatte. Er versuchte auch nachzuweisen, dass die selben Führungskräfte der UNO nichts unternahmen außer Präsident Habyarimana und die ausländischen Botschaften in Kigali zu informieren. Kurz gesagt hatte ein in Dallaires Worten „sehr, sehr wichtiger Regierungspolitiker“ Dallaire mit einem führenden Kader der Präsidentenpartei MRND und deren Miliz in Kontakt gebracht. Von seinem schlechten Gewissen geplagt hatte sich „Jean-Pierre“ entschlossen, die Sache auszuplaudern.

Laut dessen Geschichte planten ruandische Führer, einen Bürgerkrieg durch die Ermordung bestimmter Politiker und belgischer Truppen zu provozieren. Der Informant „Jean-Pierre“ vermutete anscheinend, dass die gleichen Führer Listen von Tutsis erstellten, um diese zu beseitigen. Er sagte auch, er könne mit seiner kleinen Mannschaft bis zu 2.000 Tutsis in zwanzig Minuten umbringen. Waffen seien in ganz Kigali versteckt und könnten sogar im MRND-Hauptquartier gefunden werden. Als Gegenleistung für diese Information verlangte der geheimnisvolle „Jean-Pierre“ nur UNO-Schutz für sich und seine Familie.

Das war also der große Fund, der erste dokumentarische Beweis aus der Zeit vor dem April 1994, der ans Tageslicht kam. Endlich gab es ein Stück Papier, das die Existenz eines umfassenden Plans zur Ausrottung der ruandischen Tutsis belegte, gerade wie es überwältigende Beweise betreffend die Absichten der Nazis gab, die Juden auszurotten. Außerdem waren UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali und sein Nachfolger Kofi Annan, damals Leiter der Friedensoperationen, voll informiert über den bevorstehenden Genozid. Statt sofort zu handeln, wie es das Fax offensichtlich nahe gelegt hätte, zogen beide, Boutros-Ghali und Kofi Annan es vor, typisch für die UNO-Bürokratie untätig zu bleiben. Sie informierten nicht einmal den UN-Sicherheitsrat. Aufgrund ihrer Verworfenheit stand die internationale Gemeinschaft Monate später unvorbereitet der Apokalypse gegenüber.

Dank der unerschrockenen Nachforschungen Philip Gourevitchs ist die Wahrheit ans Licht gekommen und wir alle sollten uns vielmals für unsere Untätigkeit während des Genozids entschuldigen, der so klar vorausgesagt worden war. Erfreulicherweise haben sich Präsident Clinton und seine Außenministerin Madeleine Albright für uns entschuldigt, als sie 1998 Zentralafrika besuchten.

So weiß es die „richtige und angemessene Geschichte“, aber was geschah wirklich?

„Weder General Dallaire noch ich trafen jemals diesen berühmten Jean-Pierre,“ sagte mir der im Fax erwähnte sehr, sehr wichtige Regierungspolitiker in einem Interview in Brüssel. „Ich informierte Dallaire über diese Geschichte, die ich gehört hatte und über den Informanten. Dallaire schickte einen seiner Adjutanten zu ihm. Nach zwei Tagen kam er und sagte mir, sie hätten ein paar Gewehre gefunden. Die UNO stellte keinen Schutz für ihn zur Verfügung.“ Dieser so wichtige Regierungspolitiker war Faustin Twagiramungu, Vorsitzender der Oppositionspartei MDR und designierter Ministerpräsident.

Für Herrn Twagiramungu offenbart die Geschichte des Jean-Pierre eine ungeheuerliche Verachtung für Afrika und die Afrikaner. „Ich informierte die UN-Mission in Ruanda, sprach aber nie von Massakern oder Ausrottung der Tutsis. Daraufhin wird ein Fax nach New York gesendet mit einem Hinweis auf die Ausrottung von Tutsis. Niemand hat mit mir darüber gesprochen. Außer ein paar Worten von Dallaire hörte ich einige Jahre lang nichts mehr davon.“ 55 Am 25. Februar 1998 sagte General Dallaire in Arusha unter Eid aus, dass er „Jean-Pierre“ niemals getroffen hat.

Jean-Pierres richtiger Name war Abubakar Turatsinze. Er war von der MRND als Fahrer angestellt worden, hauptsächlich weil er Moslem war und deshalb wahrscheinlich nicht betrunken fahren würde. Da „Jean-Pierre“ ein guter Redner war und bei jungen Leuten gut ankam, bekam er von der MRND einige Aufgaben in diesem Bereich. Nachdem aber „Jean-Pierre“ im November 1993 unter Verdacht geriet, Informationen an andere weitergegeben zu haben, feuerte ihn die MRND. Bald darauf informierte „Jean-Pierre“ indirekt Faustin Twagiramungu, den Vorsitzenden der wichtigsten Oppositionspartei, dass ihn die Führer der MRND ermorden lassen wollten. Seine Glaubwürdigkeit für diese Behauptung stützte sich auf seine Anstellung bei der MRND, obwohl er schon vor zwei Monaten entlassen worden war. Faustin Twagiramungu vermutete eine Falle, um einen Konflikt zwischen seiner Partei und Präsident Habyarimanas MRND zu provozieren. Er war sich auch der Gefahr bewusst, die in der Weiterverbreitung unbegründeter Anschuldigungen lag. Er fühlte sich also veranlasst, die UNO-Mission zu informieren, die für die Untersuchung derartiger Berichte zuständig war.

Roméo Dallaire schickte den belgischen Kommandanten von UNAMIR im Bereich Kigali, Colonel Luc Marchal los, um „Jean-Pierre“ am Abend des 10. Januar zu treffen. Luc Marchal glaubte „Jean-Pierres“ Geschichte sofort. Eilends überbrachte er die Information Dallaire, der das berühmte Fax schickte, ohne sich um eine weitere Untersuchung der Geschichte zu kümmern.

Die Vertreter der „richtigen und angemessenen Geschichte” vergessen unweigerlich zu erwähnen, dass der wichtigste Grund für Dallaires dringendes Fax nach New York darin lag, dass er Anweisungen von seinen Vorgesetzten bekommen wollte. Das war ganz und gar verständlich. Dallaire hatte keine Erfahrungen in diesem Bereich, er hatte Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Informanten und er vermutete eine Falle. Hier die Stellen in dem Fax, die bewusst aus der „richtigen und angemessenen Geschichte“ herausgelassen worden sind.


„DIESES HAUPTQUARTIER HAT KEINE UNO-ERFAHRUNG MIT DERARTIGEN ANGELEGENHEITEN UND ERSUCHT DRINGEND UM ANWEISUNGEN.”

„DER BEFEHLSHABER (Dallaire) HAT AUFGRUND DES PLÖTZLICHEN MEINUNGSUMSCHWUNGS DES INFORMANTEN SCHWIERIGKEITEN, DIE INFORMATION UNBEDENKLICH ZU FINDEN.“

„DIE MÖGLICHKEIT EINER FALLE KANN NICHT GÄNZLICH AUSGESCHLOSSEN WERDEN; ES KÖNNTE SICH UM EINE VERSCHWÖRUNG GEGEN DIESE SEHR WICHTIGE POLITISCHE PERSÖNLICHKEIT HANDELN.“


Für Dallaire und Marchal war es völlig normal, Anweisungen von ihren Vorgesetzten anzufordern. Marchal war in Ruanda seit Ende November – einen Monat. Dallaire war Ende Oktober angekommen – zwei Monate. Wie hätte einer der beiden den Wahrheitsgehalt einer Detailinformation über die politischen Parteien in einem Land beurteilen können, von dem sie nur wenig wussten und in dem alles in einer Sprache abgehandelt wurde, die sie nicht verstanden?

Am nächsten Tag bekam Dallaire von seinen Vorgesetzten in New York ein Fax mit der Anweisung, Präsident Habyarimana zu informieren und ihn bezüglich des Risikos zu warnen, das die bewaffneten Milizen bei der Durchsetzung des Arusha-Abkommens darstellten. Sie legten ihm weiters nahe, die gleiche Nachricht auch den wichtigeren ausländischen Botschaften in Kigali zukommen zu lassen. Nichts von dem, was „Jean-Pierre“ vorhergesagt hatte trat ein. Hätte er von Plänen gesprochen, Präsident Habyarimana zu ermorden, wäre seinen Vorhersagen vielleicht größere Beachtung geschenkt worden. Von dem bevorstehenden Mord ist allerdings keine Rede. Deshalb erscheinen die Anweisungen von Dallaires Vorgesetzten einfach, vernünftig und klug.

Der „sehr, sehr wichtige” ruandische Politiker, Faustin Twagiramungu glaubt, dass kein Wort an der „Jean-Pierre“-Geschichte stimmt und dass von der Planung eines Genozids keine Rede sein kann. Genau das teilte er auch Philip Gourevitch mit, noch vor Erscheinen des „Genozid-Fax“-Artikels im New Yorker und ehe Gourevitch sein Buch über die ruandische Tragödie veröffentlichte. Der Redakteur des New Yorker erwähnte ihn nicht einmal, obwohl er im Mittelpunkt des Geschehens gestanden war. Hat „Jean-Pierre“ einfach versucht, mit Information zu einem Gegengeschäft zu kommen? Wollte er ein Visum für die Vereinigten Staaten von Amerika oder Kanada? Was auch immer dahinter steckt, seine Geschichte gleicht so vielen anderen Geschichten in allen Ländern der Erde. Es ist die Geschichte des Sekretärs, Fahrers oder Telefonvermittlers, der für wichtige und mächtige Leute arbeitet und seine Rolle und Position aufbauscht, um Einfluss, Bekanntheit und manchmal auch finanziellen Gewinn zu erreichen.




Die Geschichte „Jean-Pierres” ist gelinde ausgedrückt zweifelhaft, aber was kann gesagt werden über den Inhalt von Dallaires Fax und die Fragen, die es aufwirft? Was über Vorbereitungen zur Ausrottung der Tutsis? Was über bewaffnete Milizen und politische Morde? Was über Präsident Habyarimanas Verlust von Kontrolle über Elemente in seiner eigenen Partei? Und was über die Listen? Das gesamte Bild ist sehr düster.

Faustin Twagiramungu hatte niemals etwas von Absichten gehört, die Tutsis auszurotten, wie „Jean-Pierre” sie Colonel Luc Marchal im Detail beschrieb. 56 Abubakar Turatsinze alias „Jean-Pierre“ wusste zweifelsohne, dass ein ruandischer Politiker wie der designierte Ministerpräsident Faustin Twagiramungu mit der RPF und deren Taktik ebenso vertraut war wie mit den anderen politischen Formationen Ruandas. Ihm konnte nicht so leicht etwas vorgemacht werden. Andererseits waren Luc Marchal und Roméo Dallaire, die erst ins Land gekommen waren, viel leichtgläubiger. Der belgische Friedenserhalter schrieb später, wie er „der beachtlichen Propaganda der RPF auf den Leim gegangen war” 57 seit den Verhandlungen von Arusha.

Pro-RPF-Publikationen strotzten vor Anschuldigungen ähnlich den von „Jean-Pierre” erhobenen. Ziel der RPF war es, die westliche öffentliche Meinung darauf vorzubereiten, die Wiederaufnahme des Krieges zu akzeptieren und zu unterstützen, da die RPF niemals auf demokratische Weise an die Macht kommen würde. In der Zeit vor dem Treffen zwischen „Jean-Pierre“ und Luc Marchal waren in pro-RPF-Publikationen wie zum Beispiel Isibo 58 Artikel zu finden, die den Beschreibungen „Jean-Pierres“ entsprachen. Neun Jahre nach den Ereignissen und ungeachtet langer und ausführlicher Verhandlungen gegen wegen Genozids Angeklagte in Arusha und wo auch immer wurde immer noch kein einziger Beweis für die Planung und das Vorhaben gefunden oder präsentiert, die ruandischen Tutsis auszurotten. Philip Gourevitch, einer der wichtigsten Anfeuerer der RPF bestätigt das ausdrücklich, indem er darauf besteht, dass sein „Genozid-Fax“ von Dallaire der wichtigste dokumentarische Beweis eines Ausrottungsplans ist.

Was war mit den Waffen und den bewaffneten paramilitärischen Milizen in Kigali und anderen Orten? Weithin war bekannt, dass Banden von Jugendlichen mit Waffen versorgt und als Mitglieder politischer Parteien oder Milizen vorgeführt wurden. Diese leichten Waffen einschließlich Granaten waren auf öffentlichen Märkten zu bekommen. Es gab auch einige Diskussionen über die Möglichkeit, die Bevölkerung der Gebiete zu bewaffnen, die in der Nähe der von der RPF besetzten Territorien lagen, die für Überfälle benutzt wurden. Es kam zu keiner Entscheidung.

Kämpfer der RPF hatten auch Kigali und andere wichtigen Zentren in Ruanda unterwandert. Diese Kampfgruppen besaßen Waffen und scheuten sich nicht, diese zu zeigen und zu benützen. Mit der Zunahme von Waffen in den urbanen Gebieten vermehrten sich auch die Gerüchte über Waffen und Munition. Die Menschen fühlten sich immer mehr dazu gedrängt, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um ihre eigene Sicherheit aufrecht erhalten zu können. Infolgedessen vermehrten sich Waffen aller Art in Kigali und in ganz Ruanda. Diese Entwicklung war in der Tat ein weiteres Symptom - sichtbarer und bedrohlicher – für den Verfall der ruandischen Gesellschaft, hervorgerufen durch die Auswirkungen von Krieg und aufgezwungenen neuen wirtschaftlichen und politischen Modellen.

Roméo Dallaires UNAMIR hätte die Aufgabe gehabt, die Milizen und RPF-Kämpfer in ganz Ruanda, besonders in Kigali zu entwaffnen. Für den Erfolg dieser Mission hätte die ruandische Bevölkerung Vertrauen in Fairness und Überparteilichkeit der Truppe und ihres Kommandanten haben müssen. Leider wurde offenkundig, dass die UNO-Truppe und ihr Kommandant General Dallaire auf Seiten der RPF-Invasionsarmee standen.

Es ist schwer, das tiefgründige Misstrauen der Ruander gegenüber UNAMIR zu verstehen, ohne sich mit einem Vorfall zu beschäftigen, der schon vor deren Ankunft stattgefunden hat. Am 21. Oktober 1992 – Dallaire traf am 22. Oktober ein – wurde der erste demokratisch gewählte Hutu-Präsident im benachbarten Burundi brutal von Tutsi-Offizieren ermordet, die in der burundischen Armee das Sagen haben. Ndadayes Ermordung wurde von pro-RPF-Tutsis in Ruanda freudig begrüßt. Kurz danach verstärkte die RPF ihre Beziehungen zur burundischen Junta, besonders in militärischer Hinsicht.

„Burundi war für uns ein Beispiel,” sagte ein Ruander in Montreal zu mir. „In Burundi gab es einen gewählten Präsidenten. Wir alle dachten, dass es so etwas auch in Ruanda geben könnte. Vielleicht könnten wir es so machen wie die Menschen in Burundi. Aber Melchior Ndadayes Ermordung brachte unsere Hoffnungen zum Erliegen und verschärfte die ethnischen Spannungen in Ruanda. Wir erkannten deutlich, dass die Tutsis keine demokratische Gesellschaft wollten. Von da an begannen auch die Oppositionsparteien die Befürchtungen von Präsident Habyarimanas Partei zu teilen. Wir befürchteten nicht nur, dass die Tutsis an die Macht kämen. Wir befürchteten auch die Art und Weise, in der sie Ruanda beherrschen wollten. Der Mord an Ndadaye und die Massaker in Nordruanda seit der Invasion am 1. Oktober 1990 gaben uns eine ziemlich genaue Vorstellung darüber, was sie vorhatten. Wenn ich jetzt zurückblicke und sehe, was die RPF gemacht hat, kann ich sagen, dass unsere Befürchtungen wohl begründet waren.“

Auf die Ermordung des burundischen Präsidenten hin flüchteten 375.000 Hutus nach Ruanda, wo sie auf eine Million interner Flüchtlinge stießen, die durch den Krieg seit 1990 vertrieben worden waren. Zur gleichen Zeit trafen sich RPF und burundische Militärführer, um ihre Aktivitäten zu koordinieren und in Burundi lebende ruandische Tutsis dazu zu bewegen, der Armee der RPF beizutreten. 59

Die UNO-Friedenstruppen mit ihrem großen belgischen Kontingent trafen also in Ruanda zu einem Zeitpunkt ein, an dem Misstrauen und Argwohn gegenüber der RPF und ihren hauptsächlich aus Tutsis bestehenden Anhängern einen Höhepunkt erreicht hatte. Ihre Ankunft fiel auch zusammen mit dem Abzug der französischen Truppen, auf welche die Anti-RPF-Parteien gezählt hatten. So ersetzten belgische Truppen, die als pro-RPF gesehen wurden französische Truppen, die für pro-Habyarimana gehalten wurden.

Der erste wichtige Auftritt der UNO-Truppe mit mehr als 400 belgischen Soldaten war die Eskortierung eines Verbandes von 600 bewaffneten RPF-Soldaten vom RPF-Hauptquartier in Mulindi nach Kigali. Sie hatte auch deren Einzug – einige Male beschrieben als „triumphierend“ – in das Parlamentsgebäude in Kigali zu überwachen, das Conseil national du développement (CND). Diese Operation unter dem Titel „Clean Corridor“ hinterließ das Bild einer belgisch dominierten UNAMIR, welche die Invasionsarmee zu einer symbolischen wie strategischen Position in der Hauptstadt des Landes geleitete. Sofort nach ihrer Ankunft zogen RPF-Soldaten Schützengräben rund um das Gebäude – nicht gerade eine Geste, die einen friedlichen Übergang signalisierte.

Das Bild der pro-RPF-UNO-Mission deckt sich mit den meisten Beobachtungen, die nach der Tragödie gemacht worden sind. Beide – der Kommandant Roméo Dallaire und die UNAMIR-Truppe standen in einem inakzeptablen Naheverhältnis zu der RPF.

„Roméo Dallaire stand der RPF sehr nahe,” sagte Gilbert Ngijol, politischer Assistent von Jaques-Roger Booh-Booh. „Er ließ zu, dass die RPF Waffen bekam. Er gestattete, dass UNAMIR-Truppen RPF-Soldaten ausbildete. Truppen der Vereinten Nationen stellten Logistik für die RPF zur Verfügung. Sie versorgten sie sogar mit Nahrung.“

Der Sonderbotschafter des UN-Generalsekretärs für Ruanda, Jaques-Roger Booh-Booh bestätigte das in einem Interview, das er nach zehnjährigem Schweigen über Ruanda Afrika International gab. „In seinem Einsatzgebiet vernachlässigte er seine Pflicht als militärischer Befehlshaber und mischte sich in die Politik ein; er verletzte den Grundsatz der Überparteilichkeit von UNAMIR und wurde objektiv zum Verbündeten einer der Konfliktparteien.” 60

Ein in Frankreich lebender ruandischer Flüchtling erinnerte sich daran, dass „Roméo Dallaire sich häufig im Haus von Hélène Pinske aufhielt, einer Frau aus Quebec, die mit einem Tutsi-Minister namens Landoald Ndasingwa verheiratet war. Während Landoald wusste, dass die Minderheit niemals auf demokratische Weise die Hutu-Mehrheit beherrschen konnte, hielt Hélène nicht mit ihrer Hoffnung hinterm Berg, dass die RPF siegen würde. „Mit dem Willen Gottes werden wir siegen“, sagte sie, als die RPF Kigali erreichte.

Laut James K. Gasana, ruandischer Verteidigungsminister bis Juli 1993, verhielt sich die UNAMIR gerade wie eine weitere militärische Gruppierung.

„Sie (UNAMIR) war immer äußerst entgegenkommend gegenüber der RPF und stimmte sogar zu, dass diese Holz aus Mulindi (RPF-Hauptquartier in Nordruanda) bezog, obwohl es genügend Holz in der Nähe von Kigali gab. Diese von UNAMIR-Friedenstruppen begleiteten Versorgungstransporte boten der RPF Gelegenheit, Untergrundkämpfer und neue Rekruten vom Norden des Landes nach Kigali einzuschleusen. Auf diese geheime Zusammenarbeit ist auch die Schließung einer Landebahn des Kanombe-Flughafens auf Verlangen der RPF im Januar 1994 zurückzuführen, auf der Landungen und Abflüge über Kigali geführt werden konnten.” 61

Die Schließung dieser Landebahn des Flughafens von Kigali hatte zur Folge, dass Flugzeuge Kigali nur mehr aus einer Richtung anfliegen konnten. Dadurch wurde der Mord an Präsident Habyarimana wesentlich erleichtert, der am 6. April 1994 in Kigali landen hätte sollen.

Sogar wenn Roméo Dallaire, Luc Marchal, Jaques-Roger Booh-Booh und andere die zunehmende Machtübernahme durch die RPF verhindern und diese entwaffnen hätten wollen, agierten doch die ausländischen Botschaften in Kigali, als wäre die RPF bereits an der Macht. Führende Mitarbeiter der Präsidentenpartei MRND bekamen vor dem 6. April 1994 laufend unmissverständliche Botschaften, dass Präsident Habyarimana zu gehen habe. James Gasana betont, dass „aus diplomatischer Sicht die meisten die Beziehungen Ruandas mit westlichen Ländern und besonders mit den Vereinigten Staaten von Amerika betreffenden Angelegenheiten mit Paul Kagame im RPF-Hauptquartier in Mulindi abgehandelt wurden.“ 62 Nicht genug, auch der Internationale Währungsfonds IMF folgte diesem Beispiel. Dieser berief Treffen im Hauptquartier der Invasionsarmee in Mulindi ein und erwartete, dass die Regierung Habyarimana Vertreter dorthin sandte.

Es ist ziemlich egal, ob Roméo Dallaire und seine UNO-Mission Befehle der UNO in New York ausführten, der Ruanda Patriotischen Front RPF keinerlei Unannehmlichkeiten zu bereiten, oder ob sie sich einfach der Politik der westlichen Botschaften, besonders jener der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika anschlossen. Für die Auswirkungen auf die Menschen in Ruanda spielte das keine Rolle.

Um die UN-Friedenstruppen in die Lage zu versetzen, sowohl Milizen als auch RPF-Untergrundkämpfer entwaffnen zu können, hätte ein Abkommen über die Vorgangsweise ausgehandelt werden müssen. Zu einem solchen Abkommen kam es nicht. Noch wichtiger wäre gewesen, hätten die UN-Mission und ihr Kommandant über jeden Zweifel erhabene Neutralität und Eindeutigkeit in ihren Bemühungen gezeigt, beide Kampfparteien völlig und gleich zu entwaffnen. Dass sie das tun würden oder könnten glaubte 1994 niemand, und niemand glaubt das jetzt.

Nachdem die UN-Friedenstruppen weder willens noch fähig waren, Milizen und eingeschleuste Untergrundkämpfer zu entwaffnen, konnten sie auch nicht verhindern, dass die Präsenz paramilitärischer Gruppierungen die eskalierenden anarchischen Zustände verschlimmerte, die von Januar bis April 1994 Ruanda zunehmend bedrängten.

Was ist nun mit den Listen, von denen „Jean-Pierre” sprach? Faustin Twagiramungu, der die erste angelobte Regierung nach der RPF-Machtübernahme anführte, weist Geschichten über Listen zurück und sagt, die einzigen Listen, die er je gesehen habe, umfassten nicht mehr als ein paar hundert Namen. Ein paar hundert Namen auf Listen belegen in keiner Weise die Absichten einer Gruppe, einen großen Teil der ruandischen Bevölkerung auszurotten. „Die Leute sollten vorsichtig sein angesichts zweifelhafter Dokumenten, die in bestimmten Büchern hinterlegt werden,“ 63 erklärte er als Zeuge vor dem belgischen Senat.

Nichts könnte normaler oder legitimer für eine in einen Krieg verwickelte Regierung sein, als die Namen der Leute zu erfassen, die verdächtig sind, für den Feind zu spionieren. Zum Beispiel sollten wir uns an die amerikanischen Kampagnen im Ersten Weltkrieg erinnern. Das hochoffizielle Creel-Komitee forderte Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika auf, Leute zu denunzieren, von denen man vermutete, sie würden Sympathien für die Deutschen hegen. „Nennt den Mann, der pessimistische Geschichten verbreitet, vertrauliche militärische Informationen enthüllt oder sucht, den Frieden propagiert oder unsere Anstrengungen, den Krieg zu gewinnen herabsetzt. Senden Sie die Namen solcher Personen, seien sie auch in Uniform, an das Justiz-Department in Washington.“ 64 Vor nicht so langer Zeit gab John Warner, Senator von Virginia, in der Larry King-Show auf CNN am 7. November 2001 folgende Anweisung: „Denken Sie, Sie sind selbst ein Agent. Nicht einer, der seinen Nachbar ausspioniert, aber einer, der vernünftig alles berichtet, was verdächtig erscheint.“ 65

Welches im Krieg befindliche Land hat keine Listen möglicher Spione geführt? Derartige Vorgangsweisen beweisen keineswegs, dass es Absichten gibt, einen Teil der Bevölkerung auszurotten.




Wie und warum wurde das sogenannte Genozidfax zu einem wesentlichen Bestandteil der „richtigen und angemessenen Geschichte”? Roméo Dallaires Fax an seine Vorgesetzten in New York blieb mehr oder weniger vertraulich bis November 1995, als es im Londoner Observer erwähnt wurde. Eine Kopie davon erschien in einer belgischen Publikation und verschiedene Fragen über seinen Inhalt wurden während der Untersuchung des belgischen Senats gestellt. Obwohl niemand über eine Kopie der Antwort aus dem UN-Hauptquartier in New York verfügte, war deren Inhalt bekannt.

Für den ehemaligen UNO-Generalsekretär Boutros-Ghali „ist diese Geschichte mit dem Fax reichlich übertrieben. Es hat nicht nur ein Fax gegeben. Täglich gingen bei der UNO Faxe ein `Wir haben von einer geplanten Verschwörung gehört.´“ Er fügte hinzu, dass im Fall von Verschwörungen die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats viel besser informiert waren als der UNO-Generalsekretär, da sie im Gegensatz zur UNO über Geheimdienste verfügten. „Außerdem weigern sie sich, ihre Informationen weiterzugeben!“ 66

Ende 1997 und Anfang 1998 standen die Vereinigten Staaten von Amerika unter starkem Beschuss wegen ihrer Rolle in der ruandischen Tragödie und im Kongo. Hearings im französischen Parlament und im belgischen Senat führten zu ärgerlichen Schlagzeilen und richteten Angriffe gegen die Clintonregierung. Im Frühjahr 1998 wollte das Congresskommittee für internationale Beziehungen die Regierung zur Untätigkeit Washingtons während der Tragödie in Ruanda 1994 befragen. Weder Außen- noch Verteidigungsministerium geruhten zu den öffentlichen Befragungen zu erscheinen. Ihre Weigerung verärgerte Mitglieder des Congresses.

Erstaunlicherweise setzte sich Philip Gourevitchs Faxgerät gerade in diesem Moment in Betrieb und spuckte die so hart gesuchte Antwort der UNO an General Roméo Dallaire aus. Gourevitch publizierte diese „Sensationsnachricht“ im New Yorker genau in der Woche, in der dieses Hearing in Washington über die Rolle der Vereinigten Saaten von Amerika in der Region der Großen Seen in Afrika abgehalten werden sollte. Hier die Erklärung Gourevitchs für diese Angelegenheit: Nachdem er den UN-Sprecher Fred Eckhard in dem Sinn zitiert hatte, dass die UNO wieder einmal „einen Tritt in den faulen Hintern gekriegt hat“ schreibt Gourevitch, dass „jemand mit Zugang zu den UNO-Unterlagen anderer Meinung war als Eckhard, und eines Tages spuckte mein Fax eine Kopie des vergeblich gesuchten ...“ 67

Die Leute haben Herrn Gourevitch nicht gefragt, wie und warum gerade er zu dieser fehlenden Kopie gekommen ist, und er hat es uns freiwillig gesagt, da es zweifelsohne von seinem Schwager Jamie Rubin kam, Madeleine Albrights Presseattaché und rechter Hand.

Jamie Rubin ist der Mann, der im März 1996 Auftrag Washingtons einen Plan entwickeln sollte, um die Bestellung von Boutros Boutros-Ghali für eine zweite Amtsperiode als UNO-Generalsekretär zu verhindern. Er verfügte über Kontakte zu allen Medien in Washington und New York und zögerte nie, diese zu nützen, um Informationen zu verbreiten, die Boutros-Ghalis Position innerhalb der UNO schädigten. Seine Leitstrategie war allerdings, Madeleine Albright zu beschützen und zu fördern. 68 Darüber hinaus bestätigte Jamie Rubin seine enge Beziehung zu Philip Gourevitch gegenüber dem Reporter und Redakteur der New York Times Howard French. In einer Presseinformation im Jahr 1997, als er Madeleine Albright in Ruanda und im ehemaligen Zaire begleitete, sagte er zu French: „Ein großer Teil meiner Informationen kommt aus einer noch besseren Quelle (als den US-Geheimdiensten), und er kommt direkt. Philip Gourevitch ist der Freund meiner Schwester.“ 69

Außenministerium und Außenministerin Madeleine Albright steckten wegen Ruanda in der Klemme. Der beste Weg, um die Angriffe abzulenken, war die Abschiebung der Verantwortung auf die Vereinten Nationen und Boutros-Ghali. Gleichzeitig konnten sie Kofi Annan beibringen, dass auch er an einer kurzen Leine lag. Annan war zu dieser Zeit für die UNO-Friedensmissionen zuständig. Der der Fax-Geschichte zugedachte Dreh war einfach, dass „wir in Washington nicht schuldig sind, eine mörderische Invasionsarmee unterstützt zu haben, die Tod und Vernichtung in ganz Zentralafrika verbreitet hat. Es waren diese inkompetenten UNO-Bürokraten und besonders dieser Generalsekretär, die nicht die offenbar notwenigen Schritte gesetzt haben, um diese furchtbaren Genozidäre an der Ausführung ihrer bösartigen Pläne zu hindern. Sie taten einfach nichts, obwohl sie den unzweifelhaften dokumentarischen Beweis für einen geplanten Genozid in ihren Händen hatten. Sie haben nicht einmal die internationale Gemeinschaft informiert.“ Das ist im Wesentlichen, was Philip Gourevitch im Mai 1998 im New Yorker geschrieben hat.

Die Washingtoner Strategie, die eigenen Übeltaten zu verstecken, ist wohl erprobt. Als 2002 der Krieg gegen Irak vorbereitet wurde, verkündete Washington eine ähnliche Botschaft: „Wir wollen Irak nicht zerstören, das Land übernehmen und ein amerikanisches Marionettenregime einsetzen. Aufgrund der UNO-Resolutionen mussten wir so vorgehen.“

Leider war die Strategie Washingtons sehr erfolgreich, obwohl sie keiner Analyse standhält. Die Macht der Vereinten Nationen ist sehr beschränkt. Der CIA allein gibt in zehn Tagen mehr aus als die UNO in einem Jahr: 1,2 Milliarden Dollar. 70 Ramsey Clark weist darauf hin, dass „seit dem Ende des Kalten Kriegs die Vereinigten Staaten von Amerika dermaßen dominant in der UNO sind, dass diese fast ihr Werkzeug ist - ein kleines Werkzeug, und sie haben einen Haufen größere wie ihre Bomben und Flugzeuge, mit denen sie die ganze Erde bedrohen.“




In seinem Fax vom 11. Januar berichtete Roméo Dallaire, dass laut Jean-Pierre Präsident Habyarimana „nicht alle Elemente seiner alten Partei/Fraktion unter voller Kontrolle hatte.“ Er hätte schreiben können, vielleicht schreiben sollen, dass der Präsident keinerlei Kontrolle mehr über das Land hatte.

Die Macht, Entscheidungen betreffend Ruanda zu fällen, lag jetzt überall, nur nicht in den Händen von Ruandern in Kigali. Zwischen Oktober 1990 und 6. April 1994 hatten ausländische Mächte unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika effektiv die Ruander entmachtet, die 35 Jahre lang am Aufbau eines Staatsapparats und einer Gesellschaft gearbeitet hatten, die relativ gut funktionierten und den Bedürfnissen und Bestrebungen der Menschen in Ruanda gerecht wurden.

Die sogenannten Geberinstitutionen hatten beschlossen, dass die wirtschaftliche Struktur geändert werden müsse. Ein starker Staat mit Tendenz zur Intervention sollte zu einer kleinen Verwaltungseinheit umgestaltet werden, auch wenn das soziale Umbrüche und Machtverlust für die Hutu-Mehrheit zur Folge hatte. Als nächstes kam das politische Modell, aufgenötigt von den westlichen Mächten, unter deren Nasen und mit deren Unterstützung das Land überfallen worden und noch immer von einer feindlichen fremden Armee besetzt war. Die selben Mächte zwangen dann die Regierung Ruandas, sich hinzusetzen und die Übergabe der Macht an die Invasionsarmee zu verhandeln, die bestenfalls eine kleine Minderheit der Bevölkerung von Ruanda repräsentierte.

Die Zeit verging und die Okkupationsarmee besetzte weiterhin neue Gebiete. Das Land, sein Präsident, seine Regierung und alle Ruander, die sich der Beherrschung durch die Invasionsarmee widersetzten, wurden in der ganzen Welt verteufelt. Während die Okkupationsarmee die Menschen tötete, entführte und terrorisierte, wurden aufrechte Europäer und Amerikaner zu internationalen Sprachrohren für die Angriffe und würzten diese mit ihrem eigenen Schmutz. Ihre Worte wurden zu Dolchstößen gegen die ruandische Gesellschaft. Freundlich gesonnene Länder wandten sich nach 30-jähriger Zusammenarbeit ab und der Okkupationsarmee zu, die bald hingestellt wurde als Leuchtfeuer der Hoffnung für Afrika im neuen Jahrtausend.

Im April 1994, am Vorabend der Ermordung des Präsidenten, befand sich Ruanda in totaler Unordnung. Die Führer des Landes hatten keine Macht mehr, über ihre Zukunft zu entscheiden. Die neuen politischen Parteien steckten in der Krise und rangen um Positionen und Einfluss. Die Wirtschaft war zerschlagen. Der Krieg tobte weiter und über eine Million Menschen waren auf der Flucht. Überall gab es bewaffnete Gruppen, jede mit ihren eigenen Gesetzen, während die Friedensmission der Vereinten Nationen, die für deren Entwaffnung verantwortlich war, ihren Auftrag nicht ausführen konnte oder wollte.




54 Gourevitch, Philip, We Wish to Inform you that Tomorrow we Will Be Killed with our Families. Stories from Rwanda, New York, Farrar, Straus and Giroux, 1998.

55 Interview mit Faustin Twagiramungu, 22. November 2002.

56 Colonel Luc Marchal, Rwanda : la descente aux enfers, Témoignage d’un peacekeeper, décembre 1993 – avril 1994, Paris Éditions Labor, 2001, Seiten 165 bis 176.

57 Brief von Luc Marchal an Alain de Brouwer, geschrieben im Juli 1998, zitiert von de Brouwer in einem Dokument über das Verhältnis der Organisation der Internationalen Christlichen Demokraten zum Krieg in Rwanda, Oktober 2002.

58 James K. Gasana, op. cit. s. 238.

59 Ibid, s. 232.

60 Africa International, May 2004.

61 Ibid, s. 238.

62 Ibid, s. 237.

63 Commission d’enquête parlementaire concernant les événements du Rwanda, Sénat de Belgique, Freitag, 30. Mai 1997, Aussage von Faustin Twagiramungu, ehemaliger Premierminister von Ruanda.

64 James R. Mock and Cedric Larson, Words that Won the War. The Story of the Committee on Public Information, 1917-1919, Princeton, Princeton University Press, 1939. See posters pages

65 Fred Jerome, The Einstein File, J. Edgar Hoover’s Secret War Against the World’s Most Famous Scientist, St. Martin’s Griffin, New York, 2003.

66 Interview mit Boutros Boutros-Ghali, 9. November 2004

67 The Genocide Fax, The New Yorker, May 11, 1998.

68 Michael Dobbs, Madeleine Albright. A 20th Century Odyssey, Henry Holt & Company, 1999, Seiten 364-365.

69 Howard French, A Continent for the Taking, Knopf, 2004 s. 243.

70 Ibid. s. 365. Der vormalige UN Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali bemängelte, dass die Ausgaben der CIA an einem Tag das Jahresbudget der UNO in einem Jahr ausmachten. Der Verfasser von Madeleine Albrights Biografie korrigierte ihn, indem er aufzeigte, dass es jeweils zehn Tage seien und nicht ein Tag.